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Mentale Modelle – kraftvolle Basis oder blinder Fleck von Leadership?

Illustrative Darstellung zum Blogartikel Mentale Modelle

Schenken Sie mir 60 Sekunden Ihrer Zeit. 60 Sekunden, in denen ich Sie einlade, sich ein Erlebnis aus der unmittelbaren Vergangenheit ins Bewusstsein zu rufen. Eine Situation, in der Sie über Ihr eigenes Verhalten irritiert waren. Verärgert über Ihre leise Zurückhaltung, Ihren Mangel an Mut, Ihr vorschnelles Handeln, Ihr konfrontatives Verhalten … oder was immer Sie an sich selbst in der ausgewählten Situation beobachten konnten.

Die 60 Sekunden beginnen JETZT: 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 – 7 …..  

Sind wir Passagiere unserer Handlungen?

Es ist das Gefühl der Machtlosigkeit, das uns in diesen Situationen, wo wir scheinbar Passagier unserer Handlungen sind, begleitet. Machtlos, weil wir den Mantel unserer Verhaltensmuster nicht einfach ablegen können, stattdessen folgen wir immer wieder dem inneren (unbewussten) Impuls, der sich durch unsere mentalen Modelle formt.

Was bestimmt unser Handeln?

Es sind unsere mentalen Modelle, die unseren Blick auf die Welt massiv einfärben. Werte, Überzeugungen und Glaubenssätze, vermittelt und verinnerlicht im sozialen Miteinander, definieren welchen Ausschnitt der Realität wir wie wahrnehmen. Mentale Modelle, innere Bilder, Mindset, etc. die Begrifflichkeiten sind mittlerweile vielfältig, das Konzept dahinter jedoch immer das gleiche: es sind tief verwurzelte innere Überzeugungen, die wir mit uns vertrauten Denk- und Handlungsweisen verknüpfen und die dadurch im Tun sichtbar werden.

Warum scheitern die besten Ideen an unseren mentalen Modellen?

Die beste Idee ist nur so gut, wie das an sie gekoppelte mentale Modell. Viele Ideen verlaufen im Sand sobald die Initialkraft der Inspiration verflogen ist. Relevante Erkenntnisse werden nicht in die Praxis umgesetzt, weil sie den unbewusst verankerten Vorstellungen vom Wesen der Dinge widersprechen.

Auch wenn Menschen nicht [immer] in Übereinstimmung mit ihren verlautbarten Theorien handeln, handeln sie doch in Übereinstimmung mit ihren praktizierten Theorien [ihren mentalen Modellen].

Ob ein mentales Modell zur Ideen-Bremse wird, hängt nicht davon ab, ob die darin verpackte Vorstellung (z.B. „Neu ist gut, alt ist besser“) wahr oder falsch ist, sondern wie sie in den Handlungen sichtbar wird. Denn mentale Modelle sind keine passiven Zuschauer:innen, die nur dann klatschen, wenn wir das wollen, vielmehr agieren sie unterhalb der bewussten Wahrnehmungsschwelle und sind im Hintergrund immer aktiv. Die innere Wahrheit „Neu ist gut, alt ist besser“ kann damit unbewusst (und ausgesprochen) zum Bremser des Neuen werden.

Illustration Mentale Modelle - Mit welcher Brille blicke ich auf die Welt?

Leaders – Let’s start thinking about thinking!

Wir sehen die Welt durch eine Brille, eingefärbt durch unsere mentalen Modelle. Viele Annahmen und wenig Wahrheiten formen damit unsere individuelle Realität. Mit Sprache untermauern wir unsere Annahmen, jedoch nicht immer schaffen Worte ein gemeinsames Verständnis, viel zu verschieden sind die dahinter liegenden Realitäten.

Um ein gemeinsames Verstehen im Miteinander, im Team und in der Organisation zu schaffen, braucht es ein Überdenken der eigenen Überzeugungen und der daraus resultierenden Denk- und Handlungsmuster.

>>Reflexion in Aktion<< ist die Fähigkeit, während des Handelns das eigene Denken zu reflektieren. Laut Donald A. Schön (MIT), ist Reflexion in Aktion eine wichtige Kompetenz von herausragenden Führungskräften. Durch kontinuierliches Üben folgender vier Fertigkeiten lässt sich diese Reflexionskompetenz entwickeln (vgl. P. M. Senge):

  1. Erkennen von Abstraktionssprüngen > Bewusstmachen von Verallgemeinerung
  2. Offenlegen der „linken Spalte“ > Aufdecken des Gaps zwischen Sagen und Denken
  3. Wechselseitige Erkunden > Offenlegen des Denkens und Einholen von Feedback
  4. Erkennen der Lücke zwischen verlautbarter und praktizierter Theorie > Gesagt ist nicht gedacht

 

Team*SPIEL – Grenzen und Brücken zwischen mentalen Modellen

Mentale Modelle in Teams aufzudecken, braucht eine Auseinandersetzung mit Sprache und den dahinter versteckten Annahmen und Werten. Denn WORTE FORMEN BILDER und gestalten damit Handlungen. Es ist nicht (immer) das Ziel, ein gemeinsames mentales Modell für das gesamte Team zu definieren, vielmehr gilt es herauszufinden, wie unterschiedliche Modelle (Annahmen, Überzeugungen) nebeneinander existieren können. Mit „Wechselseitigem Erkunden“ können manche Grenzen im gegenseitigen (Miss-)Verstehen überwunden werden. Oft ist es ausreichend ein mentales Modell (gemeinsames Verstehen) für eine bestimmte Situation zu schaffen, und damit die Grundlage für die bestmögliche gemeinsame Entscheidung schaffen zu können.

Zurück zu Ihren 60 Sekunden …

Erinnern Sie sich noch an die von Ihnen eingangs ausgewählte Situation. Welche Gedanken und Überzeugungen begleiteten Sie damals in Ihrem Erleben? Was haben Sie gesagt, gedacht und was haben Sie vor allem NICHT gesagt. Hätten Sie die Chance gehabt, dieser 60-Sekunden-Reflexion während des Handelns Raum zu geben (Reflexion in Aktion), was hätte sich verändert?

Definieren wir gemeinsam Ihr Reflexions-Format

Welches Reflexionsformat braucht Ihr Team, um in ein wertschätzendes Miteinander zu kommen?

Hinterfragen wir gemeinsam Werte, Überzeugungen und etablierte Begrifflichkeiten, um in ein gemeinsames Verstehen zu kommen. ein.blick begleitet Sie mit Methoden aus der Positiven Psychologie, Systemtheorie und dem mentalen Training in dem für Sie passenden Reflexions-Format.

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