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Das Leben ist kein stabiler Zustand – Balance gesucht!

Beitragsbild Blogbeitrag Scheitern - Darstellung Schieflage

„Das Leben ist kein stabiler Zustand.“ – einer von 6 Sätzen, die mich letzte Woche ins ORF Landesstudio Salzburg begleitet haben. Eine Stunde kompaktes Gesprächsformat mit Katharina Schaber (ORF) und Aleksandra Nagele (Fuckup Nights Salzburg) im Radio-Sendeformat MITTAGSZEIT hat uns gezeigt, dass das Thema „Die Kunst des Scheiterns“ vielleicht sogar mehr Fragen aufwirft, als Antworten liefert.

  • Können wir erfolgreich scheitern?
  • Scheitern Generationen unterschiedlich?
  • Wie können wir eine gesunde Fehlerkultur etablieren – im Business und auch privat?
  • Wie stehen wir nach Niederlagen wieder auf?
  • Warum ist Humor dabei hilfreich?

Es war ein spannender Austausch, den es bis 23.11.2025 noch HIER nachzuhören gibt.

Die Gesichter des Scheiterns

Ob Absagen, Zurückweisungen oder nicht erreichte Ziele, wer bestimmt, ob wir gescheitert sind? Gibt es objektive Kriterien, die das Scheitern amtlich machen? Nach 11 Jahren in der Begleitung von Menschen und ihren Herausforderungen wage ich zu behaupten: das Scheitern hat viele Gesichter. Es ist eine ganz persönliche Sache, und weil es so intim ist, sprechen wir nicht darüber.

Und damit sind wir bei den 3 Knackpunkten des Scheiterns angelangt: 

  1. Das Gefühl des Scheiterns resultiert aus einer subjektiven Bewertung.
  2. Scheitern ist immer ein Abgleich von Erwartungen.
  3. Scheitern ist tabu.

Ad 1 – Der alltagssprachliche Begriff des Scheiterns impliziert, dass eine klare Zieldefinition vorhanden ist und dass es objektive Kriterien gibt, die über den Grad der Zielerreichung entscheiden. Zusätzlich geht man davon aus, dass die Person, die über das Scheitern entscheidet, eine objektives Urteil fällen kann.

Entspricht diese Beschreibung der Realität? Machen wir einen Gegencheck:

Ich höre oft den Satz „Ich bin daran gescheitert, beruflich erfolgreich zu sein“.

  • Gegencheck 1: Ist das Ziel „ich will beruflich erfolgreich sein“ ein klar definiertes Ziel?
  • Gegencheck 2: Wurden objektive Kriterien definiert, die über den Erfolg und Misserfolg entscheiden?
  • Gegencheck 3: Wird das Urteil von einer außenstehenden, objektiven Person getroffen?

Meist lassen sich alle 3 Fragen mit NEIN beantworten. Damit lässt sich objektiv gesehen kein Scheitern festmachen. Und dennoch, das Gefühl bleibt.

Das Gefühl bleibt

Das Scheitern lebt vom Abgleich der Erwartungen (ad 2). Es ist die Spannung, die sich zwischen IST und WOLLEN aufbaut, die Gefühle wie Enttäuschung, Angst, Scham, Schuld, Zorn oder auch Traurigkeit mit sich bringt. Gefühle, die sich durch keine verstandsgetriebene Argumentation auflösen lassen, sie bleiben.

Das Gefühl bleibt, weil Scheitern tabu ist (ad 3) und wir daher tunlichst vermeiden über enttäuschte Erwartungen, nicht erreichte Ziele oder nicht gemeisterte Herausforderungen zu sprechen. Dieses Schweigen entwickelt sich oft zu einer großen Last, die viel an mentalen und emotionalen Ressourcen bindet.

Gibt es ein Patentrezept fürs erfolgreiche Scheitern?

An jeden Erfolg sind Erwartungen geknüpft. Erfolgreich Scheitern würde daher bedeuten, dass wir sogar im Prozess des Loslassens ein SOLL erfüllen müssen, d.h. der Druck bleibt.

Scheitern ist ein subjektives Erleben, daher gibt es auch kein Patentrezept, um aus diesem Gefühl gestärkt hervorzukommen. Ich habe für mich und mein Tun jedoch eine Art Rahmenwerk definiert, das mir und anderen hilft, mit Enttäuschungen und Rückschlägen umzugehen. Folgende fünf Regeln bilden die Grundlage dieses Frameworks:

1 – Es braucht Zeit.

2 – Es braucht ein Annehmen, von dem was passiert ist, und ein Erkennen, dass wir verletzlich sein dürfen.

You can't get to courage without rumbling with vulnerability.

3 – Es braucht ein Bewusstsein bezüglich der eigenen Ressourcen (Stärken, innere Stabilität). Es ist die positive Grundeinstellung, welche uns hilft, uns rascher von Rückschlägen zu erholen – Zauberwort Resilienz.

Eine positive Grundeinstellung bremst die Abwärtsspirale der Depression und setzt eine Aufwärtsspirale des inneren Wachstums in Gang. […] Positive Emotionen erwiesen sich dabei als der Wirkstoff, der es einzelnen ermöglichte, sich zu erholen, wieder aufzustehen und stärker zu werden.

4 – Es braucht ein bewusstes Loslassen, um im Gehirn wieder Platz und Energie für das Neue freizumachen. An das Loslassen ist auch das Vertrauen gekoppelt, dass wir die Ressourcen haben neue Wege einzuschlagen. Es geht an diesem Punkt auch darum, das Wollen zu kultivieren, sprich ein klares Bild von dem zu entwickeln, was jetzt kommen darf.

5 – Es braucht ein mutiges Erproben des Neuen – Zauberwort TUN.

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Quellen:

  • Brown, Brené (2018): Dare to lead. Brave work, tough conversations, whole hearts. New York: Random House.
  • Fredrickson, Barbara (2011): Die Macht der guten Gefühle. Wie eine positive Haltung ihr Leben dauerhaft verändert. Frankfurt am Main: Campus-Verl

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